Gegen den Verkauf des Bethanien-Hauptgebäudes an einen privaten Investor.
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| 27.11.2007 |
Gemischtwarenladen für gesellschaftlichen und individuellen EmanzipationsbedarfIch wünsche mir, dass in diesem "offenen Haus Bethanien" auch Menschen aufeinandertreffen, die sich sonst nur in sehr eingegrenzten Bereichen bewegen (dürfen) (können) (wollen). Ein Leben in Schranken fördert eine Beschränktheit im Denken und Handeln und wird im schlechten Fall von Generation zu Generation weiter gegeben. Jede Art der Beschränkung, geschehe sie aus Gründen von "Bildungsbürgertumdünkel", Tradition, Religion, Nationalität etc.pp., ist bezüglich dieser Auswirkungen egal. Mögliche Folgen sind unter Anderem die Herabsetzung Anderer z.B. in Form von Antisemitismus, Rassismus, Nationalismus und Sexismus. Einen großen Unterschied macht es jedoch, ob Menschen sich diese Einengung selbst auferlegen oder dazu gezwungen werden. Gerade vor dem Hintergrund der Umgebung des Bethanien denke ich hier besonders an viele Frauen und Mädchen aus Familien mit Migrationshintergrund. Wirtschaftliche Armut und gesellschaftliche Chancenlosigkeit machen diese Schranken für viele Menschen noch enger und bedeuten oft ein Gefangensein in einem Leben, in welchem Würde und Selbstverwirklichung Fremdworte sind, oder auf sehr bedenkliche Art und Weise scheinbar zu verwirklichen gesucht werden, oft in Unterdrückung der gleichen Rechte Anderer. Obgleich diese Werte zu den fundamentalen Menschenrechten zählen, auf welche sich die westlichen Gesellschaften ja so gerne beziehen, sind sie auch hier vielen Menschen verwehrt. Der Versuch, sich dieser Werte auch für das eigene Leben zu bedienen endet für manche tödlich
Deshalb wünsche ich mir ein Bethanien, dass Menschen ermutigt und bestärkt, Wege für eine individuelle, gemeinsame und damit auch gesellschaftliche Emanzipation zu beschreiten. Um dies zu ermöglichen müssten Prozesse der Diskussion über gesellschaftliche Lebensvorstellungen und Werte initiiert werden, auch um einen Beitrag dazu zu leisten, dass Schritte der Befreiung nicht fatal enden. Bethanien könnte hier (um mit Wolfgangs Worten zu sprechen) ein Leuchtturm sein, um bestimmte Fragestellungen gerade auch im interkulturellen Bereich einmal auf den Tisch des Hauses (Berlin/BRD) zu packen und zwar nicht ausschließlich akademisch, wie dies vielerorts geschieht, sondern mit den Anwohnern. Die Arbeit der "Mütter ohne Grenzen" ist in dieser Hinsicht für mich beispielhaft. Bei alledem muß das Bethanien aber ein Ort sein, der sich jeder Art von Herabsetzung Anderer entgegenstellt, ein Ort gegen Rassismus, Sexismus, Antisemitismus und Nationalismus jeder Art Claudia |