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27.11.2007
ARI Berlin
 
Claudia
 
IAADH e V
 
Hans
 
Jens
 
Ruth
 
Simone
 

Antrag auf Förderung des Projektes Neue Bündnisse

Die neoliberale Entwicklung schaffen eine existenzielle Entsolidarisierung der Gesellschaft, die auf den (kaum aufgearbeiteten) Erbschaften der deutschen Geschichte, eine Ver-schärfung autoritärer Tendenzen in der Bevölkerung befördert. Strukturelle Gewalt und medial geförderter Sozialdarwinismus schaffen eine Normalität, die vielfältige Diskriminier-ungen für verschiedenste Aktricen/eure immer mehr zum Alltag werden lässt.

Der Arbeitsmarkt ist so repressiv organisiert, das immer mehr Menschen ernsthaft psychisch erkranken unter dem Druck mitzuhalten. Unter der Maske vorgetäuschter Toleranz wird ein quasi lückenloser psychiatrischer Druck zur Anpassung per Psychopharmaka ausgeübt gleichzeitig mit Diskursen, die die Sozialsysteme als zu teuer und die nicht "normgerecht funktionierenden", oder per Diskriminierung ausgegrenzten, als Ballast dastehen lassen.

Schon seit langem fehlen breitere Bündnisse von Unten für umfassende Antidiskriminierungsgesetze, statt diese von Oben (EU oder Regierung) verordnet zu kriegen. Das von Rot Grün angedachte Gesetz war weitgehendst entschärft, bevor es die CDU Im Bundesrat zu Fall brachte. Aber 60 Jahre nach der Befreiung vom NS scheint aus der Sphäre der Politik kein wirksamer Impuls für emanzipative Gesellschaftsentwicklung denkbar, diese müssen als Bewegungen aus der Gesellschaft selber initiiert werden. Ansatzpunkte könnte zum Einen eine Debatte um strukturelle Gewalt durch antiquierte Normen und Geschlechterrollen durch eine repressiv-patriarchalische Arbeitsmarktpolitik sein, zum anderen eine weitere Phase der Auseinandersetzung und kulturellen Begriffsbildung zu den kollektiven Pathologien, die im NS zur "medizinisch" und "wissenschaftlich" organisierten "Vernichtung lebensunwerten Lebens\" führten und wie diese mit der Übernahme rassistischer Überzeugungen verbandelt wurden.

Es geht nicht darum, akademische Diskurse im Elfenbeinturm zu führen sondern Politiken, die eine Wiederbelebung rechter Muster befördern muss gemeinsam als strukturelle Gewalt widersprochen werden! In Berlin wäre dies ein Weg zu einem Berliner Sozialforum, das den Namen verdient. Insbesondere eignet sich zu 2006 solche Bündnisse zu initiieren, da dies ein EU Jahr gegen Gewalt an Frauen werden soll. Diese Gewalt wird kaum weniger, wenn nicht NEUE BÜNDNISSE gegen die alte männliche Ernährer Rolle mit HARTZ IV zusammen aufladen wird (50 000 Männer ohne Alhi gegen 120 000 Frauen, wegen zu hohem Partner-einkommen ist deutlich). Die 30 Std. Woche für Alle und die Lohnsteuer für Automaten(-arbeitsplätze), sowie würdevolles Existenzgeld und Ehrenvolle Reichensteuer sind nur als Wahn hinstellbar, solange wir uns auseinanderdividieren lassen in der Jagd um rare Arbeits-plätze und eher krank werden, als solidarisch miteinander für Existenzbedingungen zu streiten unter denen wir zusammen stolz sein könnten eine interkulturelle Gesellschaft mit gleichen Rechten für alle - also ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz - gemeinsam erkämpft zu haben.

Für das Projekt möchten wir Bündnis, Lobbyarbeit und Kulturarbeit verbinden, um im Jahr 2006 eine Kampagne zum EU Jahr gegen Gewalt an Frauen mit eine, Queeren Ansatz zu Gewaltstrukturen durch Arbeitsmarktpolitik zu ermöglichen.

Konkrete Ansatzpunkte könnten sein:

Bewegungscafe im Casino des Bethanien, das von den verschiedenen Bewegungen und Beteiligten für Neue Bündnisse zusammen betrieben wird. Vom Bethanien her ist das der aktuellste Posten.

  • die vakant gewordene Organisation einer Neue Bündnisse Demo als Kreuzberger CSD 06
  • Theaterprojekt mit Judith Malina/Living Theater + Dorothea Bock zum Thema .......Die Wurzeln der Angst .....im Kapitalismus bzw. Menschwerdung gegen die heiligen Bücher : kein Leben ist lebensunwert ( oder so ähnlich) Im selbstverwalteten Sozialen Kulturzentrum Bethanien.

Die Diakonissen, die 33 das Bethanien Krankenhaus führten wehrten sich dagegen, dass NSDAP Funktionäre in die Leitung eingesetzt wurden. Inwieweit sich ihr Widerstand auch gegen das Euthanasie/T4 Programm erstreckte versuche ich gerade herauszukriegen. In diesem Falle wäre das Bethanien einsehr wichtiger symbolischer Ort für die Bewegung der Antipsychiatrie / Psychiatrie-Erfahrenen, insbesondere für solche Theaterprojekte. 1941 wurde das Bethanien von der Gestapo beschlagnahmt, vielleicht auch weil zuviel Widerstand darin stattfand ? Es gibt Kontakte zum Filmemacher der Resist gedreht hat und so das Living Theater kennt.

Weitere Zielsetzungen für die kommenden Jahre

  • Gegen Repression durch 1 Euro Jobs: sozialer Druck auf Projekte, diese nur mit antirepressiven Kriterien zu praktizieren: höchstens 20 Std. +Mitbestimmung zur
  • Ausrichtung der Tätigkeiten ermöglichen, sowie dass diese zur sozialen und politischen Vernetzung offiziell und selbstbestimmt genutzt werden können.
  • Antidiskriminierungsarbeit erweitern, bzw. Anlaufstellen für Diskriminierung aller spezifischen betroffenen Gruppen sensibel und funktions-/reaktionsfähig machen.

Die Ziele sind mittel- und langfristig ausgerichtet und rechtfertigen daher eine Projektförderung nach den Kriterien der Bewegungsstiftung.

Zur Ermöglichung dieser beantragen wir 7 000 Euro Projektförderung, die wir durch Spenden, Zusatzanträge bei Asten ( Neue Bündnisse Demo etc.) und andere Stiftungen Unterprojektbezogen ergänzen werden.

Dieser Betrag wird Kosten für Materialien, Aufwandsentschädigungen/Honorare (wenn nötig), Reisekosten und anderes enthalten, die momentan noch nicht aufschlüsselbar sind. Wir erhielten die Information über den Antragsschluss sehr kurzfristig und beantragen deswegen ad hoc. Wir bitten darum genauere Finanzrahmen nachreichen zu können. Der angegebene Betrag kann durch geeignete Kooperationen im Rahmen des Berliner Sozialforums Modifizierungen erfahren (durch Synergieeffekte , oder zur Hälfe erst in 06 akut werden).

Wenn genereller Zuspruch zur Förderwürdigkeit besteht, sind die genauen Planungen sicherlich im Rahmen eines potenziellen Betrages nachreichbar.

Ruth